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Die Brandenberger Ache ist ein 22 km langer linker Nebenfluss des Inn im Tiroler Unterland. Sie durchbricht die Nördlichen Kalkalpen in mehreren Schluchten, die einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten darstellen, und wurde zum Naturdenkmal erklärt.

Ökologie

Die Schluchten der Brandenberger Ache sind ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. 1988 wurde der Fluss zum Naturdenkmal erklärt.

Flora

In den Uferbereichen wächst stellenweise ein schmaler Auwaldstreifen aus Bäumen und Sträuchern, die an regelmäßige Überschwemmungen angepasst sind, wie Grauerlen oder Weiden. Darüber schließt sich ein vorwiegend aus Fichten, Buchen und Tannen gebildeter Schluchtwald an, an exponierten Stellen, wie felsigen Überhängen, finden sich auch Eiben. In den schattigen Lagen kommen Farne, darunter die seltene Hirschzunge, Orchideen wie das Große Zweiblatt und Liliengewächse wie Türkenbund, Maiglöckchen oder Echtes Salomonssiegel vor. An den Felswänden oberhalb der Schluchtwälder finden sich zum Teil bereits alpine Pflanzenarten wie Silberwurz, Stängelloser Enzian, Kugelblume, Gämskresse oder Alpenfettkraut.

Fauna

Entlang der Brandenberger Ache finden sich zahlreiche Vogelarten, die besonders an das Leben in den feuchten Schluchten angepasst sind, darunter Wasseramsel, Bergstelze und Mauerläufer.

Zu den hauptsächlich vorkommenden Fischarten gehören Bachforelle und Regenbogenforelle. Die Fischerei wird gemäß einem alten Jagdrecht aus dem Jahr 1434 von der Brandenberger Bevölkerung betrieben.

In einer 2016 veröffentlichten Studie der Österreichischen Bundesforste konnten im Brandenbergtal 800 Arten Schmetterlinge nachgewiesen werden, darunter einzelne, die erstmals in Österreich oder erstmals in Tirol gefunden worden sind. Etwa ein Viertel steht als bedroht auf Roten Listen. Die Artenvielfalt gilt als ein Indikator hoher Luftgüte.

Wasserqualität

Das Vorkommen verschiedenen Algenarten und zahlreicher wirbelloser Tiere wie Strudelwürmer, Nacktschnecken, Bachflohkrebse, Insektenlarven und Wasserkäfer, ist ein Indikator für ein sauberes Gewässer. Die Brandenberger Ache weist auf Tiroler Gebiet durchgehend Gewässergüteklasse I-II auf.